Quiet Quitting im Agribusiness: Wenn erfolgreiche Fach-/Führungskräfte innerlich längst gekündigt haben
- Jochen Riebensahm

- vor 13 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Beitrag in der Blog-Serie: 'Stellenwechsel im Agribusiness' einschließlich Heimtier- und Tiergesundheitssektor – mit Dr. Jochen Riebensahm | Riebensahm Agribusiness Recruiting
Quiet Quitting oder eine innere Kündigung kommt selten laut daher.
Keine Eskalation. Kein offener Konflikt.
Und genau deshalb bleibt sie in vielen Unternehmen lange unbemerkt.
Die Zahlen stimmen weiterhin. Kunden werden betreut. Teams geführt. Prozesse laufen scheinbar stabil.
Doch innerlich hat sich etwas verändert:
Die Identifikation mit dem Unternehmen geht verloren.
Motivation sinkt.
Initiative wird reduziert.
Verantwortung wird nur noch verwaltet statt gestaltet.

Was international als „Quiet Quitting“ diskutiert wird, begegnet uns inzwischen regelmäßig in Gesprächen mit Fach- und Führungskräften.
Häufig beginnt Quiet Quitting nach Führungs- oder Eigentümerwechseln
Viele erfahrene Fach-/Führungskräfte waren bisher daran gewöhnt, eigenständig und unternehmerisch zu arbeiten:
klare Verantwortungsspielräume
Vertrauen statt Kontrolle
Fokus auf Markt, Kunden und Ergebnisse
Kurz gesagt: Makromanagement statt Mikromanagement.
Doch mit neuen Vorgesetzten oder neuen Gesellschaftern verändert sich häufig die gesamte Führungslogik.
Plötzlich entstehen:
engmaschige Abstimmungen
zusätzliche, wenig zielführende Reporting-Strukturen
interne politische Kommunikation
Freigabeschleifen für operative Entscheidungen
Kontrolle statt Vertrauen
Ein Satz, den wir dabei häufig hören:
„Ich verbringe inzwischen mehr Zeit in internen Calls als beim Kunden.“
Wenn die Zahlen stimmen – aber die Zusammenarbeit nicht mehr passt
Mit dem früheren Vorgesetzten funktionierte die Zusammenarbeit vertrauensvoll, effizient und erfolgreich. Entscheidungen wurden schnell getroffen. Verantwortung wurde delegiert. Die Ergebnisse stimmten.
Dann kommt eine neue Führungskraft, es gibt einen Eigentümerwechsel.
Und obwohl Umsatz, Kundenentwicklung und Performance weiterhin stimmen, passt es menschlich und kulturell plötzlich nicht mehr.
Viele Fach- und Führungskräfte erleben dann:
zunehmendes Mikromanagement
permanente Rechtfertigungsschleifen
fehlendes Vertrauen
fachfremde Steuerung
operative Eingriffe trotz nachweislicher Erfolge
Gerade erfahrene Vertriebler oder Business-Unit-Verantwortliche empfinden es als massive Belastung, wenn sie weiterhin Millionenumsätze verantworten, gleichzeitig aber operative Kleinigkeiten abstimmen müssen.
Aus unternehmerischem Arbeiten wird Genehmigungsmanagement.

Quiet Quitting betrifft häufig gerade die Leistungsträger
In den meisten Fällen ist Quiet Quitting kein Motivationsproblem.
Oft betrifft es gerade die loyalen, leistungsstarken und verantwortungsbewussten Fach- und Führungskräfte.
Menschen, die über Jahre Unternehmen aufgebaut, Märkte entwickelt und Teams geführt haben.
Bis irgendwann das Gefühl entsteht:
„Meine Erfahrung ist offenbar nicht mehr gewollt.“
„Ich soll Verantwortung tragen, aber nicht mehr eigenständig entscheiden.“
„Ich funktioniere nur noch.“
Dann entsteht selten sofort offene Kündigung.
Sondern zunächst emotionale Distanz.
Quiet Quitting ist oft ein Kultur- und Führungsthema
Nicht jede Situation lässt sich intern lösen.
Manchmal passen neue Führungskultur, Arbeitsweise und eigenes Führungsverständnis schlicht nicht mehr zusammen.
Das ist kein Zeichen mangelnder Anpassungsfähigkeit.
Sondern häufig Ausdruck eines kulturellen Missmatches.
Unser Angebot an Fach- und Führungskräfte im Agribusiness
Seit vielen Jahren begleiten wie Fach- und Führungskräfte aus dem Agribusiness bei beruflichen Veränderungsprozessen – diskret, strukturiert und mit tiefem Branchenverständnis, insbesondere in den Branchen:
Nutztier (Tierernährung, Tiergesundheit)
Heimtier (Tierernährung, Tiergesundheit)
Landwirtschaft
Pflanzebau (Saatgut, Dünger,Pflanzenschutz, Biostimulanzien)
Agrarhandel
Land-/Agrartechnik
Viele Gespräche beginnen nicht mit einem konkreten Wechselwunsch.
Sondern mit Aussagen wie:
„Eigentlich hat sich nur die Führung verändert.“
„Die Zahlen stimmen — aber ich fühle mich nicht mehr wirksam.“
„Ich verbringe mehr Zeit intern als am Markt.“
Genau dort beginnt oft die entscheidende Reflexion.
Ergänzend zu Executive Search und Karriereberatung begleiten wir Fach- und Führungskräfte im Agribusiness heute auch im Bereich Business Coaching — insbesondere in Phasen beruflicher Neuorientierung, bei Führungsherausforderungen oder organisationalen Veränderungen.
Einige unserer Personalberater verfügen zusätzlich über fundierte Coaching-Ausbildungen und begleiten Führungskräfte praxisnah, vertraulich und mit tiefem Verständnis für die Anforderungen im Agribusiness.
Sie möchten vertraulich sprechen?
Nicht jede Veränderung muss sofort erfolgen.
Aber jede gute Veränderung beginnt mit einem offenen Gespräch.
📩 Wenn Sie aktuell das Gefühl haben, innerlich bereits auf Distanz zu Ihrem Arbeitgeber gegangen zu sein, dann melden Sie sich gerne vertraulich bei uns.
Lars Armstroff | Business Lead 'AgTech' | https://rar.tiny.us/LArmstroff
Stefano Pettinella | Business Lead 'Pet, Horse & Apiculture’ | https://tinyurl.com/SPettinella
Michael Witt | Business Lead 'Crop & Finance' | https://tinyurl.com/MichaelWitt
Dr. Jochen Riebensahm | Business Lead ’Livestock & AgTrade’ | https://tinyurl.com/JRiebensahm
Moritz zu Dohna-Schlodien | Business Lead ’Livestock & AgTrade’ | Moritz zu Dohna


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